(czi) Verändert sich die Görlitzer Kulturlandschaft durch die Aufgabe der Kreisfreiheit? Mit dieser Fragestellung wurde am 10. Januar zum Kulturstammtisch in den “Wurzelkeller” am Untermarkt eingeladen. Da sich auch Oberbürgermeister Joachim Paulick und Landrat Bernd Lange zu diesem Diskussionsabend angesagt hatten, war das Interesse sehr groß. Zur geplanten “Elefantenrunde” kam es dann doch nicht, da beide Spitzenpolitiker andere Termine wahrnehmen mussten. Moderator Ulrich Harz, Journalist und Werbefachmann aus Bonn, begrüßte statt dessen Joachim Mühle, Kultursektretär des NOL, und Ulf Großmann, Kulturbürgermeister von Görlitz, in der Gesprächsrunde. Die erhofften klaren politischen Statements blieben also aus.
Die Kulturlandschaft der Neißestadt muss erhalten bleiben. Dieser Wunsch war an diesem Donnerstagabend stets präsent. In den vergangenen Jahren gab die Stadt Görlitz rund 10% ihres Gesamthaushaltes für die Kultur aus. Ein Spitzenwert wie Ulf Großmann betont. In wie weit die Kreisstadt Görlitz bzw. der neue Landkreis sich in die Finanzierung und Förderung der Kultur einbringen werden, bleibt abzuwarten.
Veränderungen für die Europastadt wird es mit Sicherheit geben. Zum einen kommt es zu Entlastungen, da zum Beispiel die Kulturraumumlage entfällt. Eine neue Belastung stellt hingegen die neue Kreisumlage dar. Mit dem Wegfall der Kreisfreiheit muss die Stadt Görlitz außerdem mit einer geringeren Schlüsselzuweisung aus Dresden rechnen.
In Bezug auf das Kulturraumförderungsgesetz hoben die Podiumsteilnehmer hervor, dass der neue Kulturraum Oberlausitz nur noch drei Mitglieder hat. Dies werden die Kreise Bautzen und Görlitz sein. Hinzu kommt nur noch die Stiftung für das sorbische Volk. Jedes Mitglied hat eine Stimme. In der Runde der Gäste wurde dies teilweise sehr kritisch gesehen. Tenor: Es gibt eine zu große Konzentration der Entscheidungskompetenzen! In die Runde warf Kulturbürgermeister Großmann die Forderung, dass sich die Vereine und Interessengruppen im Landkreis um eine stärkere Vernetzung bemühen müssen. Neben der inhaltlichen Fokusierung wird die Lobbyarbeit immer wichtiger. “Kulturpolitik muss eine Adresse haben.” so der Kommunalpolitiker an diesem Abend.
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