++ KulturLeben: Ausstellung “Opfer” im Augustum-Annen-Gymnasium ++

Eines vorweg: Unsere Rubrik “KulturLeben” bietet Ihnen Beiträge über Veranstaltungen und Aktivitäten, die unsere MitarbeiterInnen vom Förderverein Kulturstadt persönlich besucht oder durchgeführt haben. Das eigene Erleben steht im Vordergrund, Authentizität das Verbindende.

(rtr) Am 11. Mai besuchte ich in der Aula des Augustum-Annen-Gymnasiums die Ausstellung “Opfer”.
Organisiert und präsentiert wurde sie vom Opferverein “Weisser Ring”. Der Verein wurde 1976 von Eduard Zimmermann gegründet. Die Bundeszentrale befindet sich in Mainz.

Pro Jahr werden in Deutschland ca. 6,3 Millionen Straftaten registriert. Sie passieren in Form von Drohungen, Überfall, Raub, Misshandlumgen oder auch sexuellen Missbrauch.

Ausgestellt wurden fast 100 Fotos und Plakate. Die unterschiedlichen Motive zeigten in eindrucksvoller und gleichzeitig erschütternder Art und Weise alltägliche, häusliche Gewalt. Sie findet keineswegs nur innerhalb sozialer Brennpunkte statt, sondern zieht sich durch alle Schichten der Bevölkerung, unabhängig vom Status oder Bildungsgrad.

Der Weisse Ring vertritt die Belange der Opfer und steht ihnen beratend zur Seite. Die Praxis beweist immer wieder, dass es in Deutschland eher Täter- als Opferschutz gibt. Auch durch die Medien erfährt man fast tagtäglich von unglaublichen Urteilsverkündungen. Opfer werden zumindest als Mittäter hingestellt. Nach dem Motto: “Dieses Miststück hat mich verführt, ich kann nichts dafür!” Viele berufen sich auch auf ihre ach so schwere Kindheit. Wer kümmert sich um die teils ein Leben lang traumatisierten Opfer?

Man kann nur hoffen, dass durch diese Ausstellung viel mehr Politiker und auch Richter für diese schreckliche Thematik sensibilisiert werden und endlich gerechtere, den schlimmen Taten entsprechende Urteile gefällt werden.

Beitrag: Regina Trautmann (rtr) – rtrautmann@goerlitz-zgorzelec.org

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