++ KulturLeben: Georg Philipp Telemann, 242. Todestag! ++

(kha) Am 25. Juni 1767, vor 242 Jahren, starb Georg Philipp Telemann in Hamburg, als einer der angesehensten deutschen Barockkomponisten. Durch neue Impulse prägte er maßgeblich die Komposition und Musikanschauung in der 1. Hälfte des 18. Jahrhunderts.

P. Telemann wurde am 14. März 1681 in Magdeburg geboren. Er stammt aus einer angesehenen hoch gebildeten Familie, von denen niemand einen besonderen Bezug zur Musik hatte. Den ersten Kontakt mit Musik hatte er in seiner Schulzeit. Er besuchte das Gymnasium und die Schule am Magdeburger Dom. Als Autodidakt erlernte er Geige, Blockflöte, Cyther und Klavier zu spielen. Sein Eifer wurde von der Familie gedämpft und unter dem Druck seiner Mutter begann er 1701 in Leipzig ein Jura-Studium. Er nahm auch aktiv am Leipziger Musikleben teil und wurde sogar vom Bürgermeister, nach Aufführung einer eigenen Komposition in der Thomaskirche, gebeten monatlich zwei Kantaten zu komponieren. 1704 wurde Telemann nach erfolgreicher Bewerbung von der Neukirche, der damaligen Universitätskirche der Stadt, als Musikdirektor eingestellt.
Nach Kurzanstellungen in Sorau und Eisenach siedelte er nach Frankfurt am Main über und erhielt im Februar 1712 den Posten eines städtischen Musikdirektors. Während seiner Zeit in Frankfurt komponierte er neben Kantaten auch Oratorien, Kammer- und Orchestermusik.
1721 nahm Telemann das Angebot, als Nachfolger von Gerstenbüttel das Amt des Cantor Johannei und Director Musices der Stadt Hamburg, an. In seinem neuen Amt verpflichtete sich Telemann zur Komposition von wöchtentlich zwei Kantaten und einer Passion pro Jahr.

Mit über 3600 verzeichneten Werken ist Telemann einer der produktivsten Komponisten der Musikgeschichte. Einen Eindruck von Telemanns Arbeitsweise gab Friedrich Wilhelm Marpurg. Der berichtete, dass zu seiner Zeit als Kapellmeister am Eisenacher Hofe, Telemann wegen der bevorstehenden Ankunft eines hohen Besuchs nur drei Stunden Zeit gegeben wurden, eine Kantate zu komponieren. Der Hofpoet verfasste den Text, und Telemann schrieb gleichzeitig die Partitur, wobei er meist noch vor dem Dichter mit der Zeile fertig war. Nach einer reichlichen Stunde war das Stück fertig.

Telemanns 1.750 Kirchenkantaten stellten fast die Hälfte seines gesamten Nachlasses dar. Daneben schrieb er 16 Messen, 23 Psalmvertonungen, über 40 Passionen, Oratorien sowie Motetten und andere sakrale Werke.

Während Telemann zu Lebzeiten ein großes Ansehen genoss, das auch über Ländergrenzen hinausstrahlte, schwand seine Wertschätzung bereits wenige Jahre nach seinem Tod.

Beitrag: Karin-Hilde Haubenschild  (kha) – khaubenschild@goerlitz-zgorzelec.org

Sende Artikel als PDF an PDF Creator

Artikel drucken