++ BauKultur: Die Frauenkirche von Görlitz ++

(jhi) Als Gründungsjahr der Kirche gilt das Jahr 1349. Aus den Sühnegeldern eines Raubüberfalles durch Friedrich von Biberstein und aus Stiftungen Görlitzer Bürger , die an der Pest erkrankt waren, wurde sie als Kapelle gebaut und 1368 “Unserer Frauen Kirche vor der Stadt” genannt, weil Maria,  die Mutter Jesu, die Schutzheilige der Kirche war.

Im Jahr 1429 wurde die Kirche bis auf die Grundmauern zerstört, als die Hussiten Görlitz angriffen. Von 1431 bis 1473 erfolgte die Wiedererrichtung der Kirche im spätgotischen Stil. So ist sie in der Hauptsache bis heute erhalten.

Als äußere Schönheit gilt das Westportal. Zwischen den beiden gotischen Spitzgiebeln befindet sich eine Verkündigungsgruppe. Beachtenswert ist über der Vorhalle das breite Fenster. Im Inneren tragen schlanke hohe Säulen das Netzgewölbe.

Die elf Schlusssteine des Netzgewölbes im Längsschiff zeigen Reliefs aus dem Leben Marias und vier weiterer jungfräulichen Heiligen. Die Schlusssteine im Chorraum stellen die Symbole der vier Evangelisten dar: den Stier für Lukas, den Löwen für Markus, den Engel für Matthäus und den Adler für Johannes.

Die neue Orgel mit 34 Registern und mehr als 2300 Pfeiffen wurde 1976/77 durch die Firma Schuster (Zittau) gebaut, der Orgelprospekt von Tischlermeister Püschner (Görlitz) gestaltet.

Bei der Umgestaltung des Inneren der Kirche in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurden die Bänke, sowie der Altaraufsatz, der Taufstein und die Kanzel im neogotischen Stil aufgestellt. Leider sind bei dieser Renovierung alle Altertümer verloren gegangen.

Die Frauenkirche war einst von einem Friedhof umgeben.

Heute dient die Kirche der Gemeinde, in den Monaten Mai bis Oktober zu Sonnabend-Abendgottesdiensten, zu Taufen und Trauungen. Montag bis Sonnabend finden um 12:00 Uhr Mittagsandachten, abends gelegentlich Orgel- und andere Konzerte statt.

Die Öffnungszeiten der Frauenkirche sind:

Montag – Sonntag von 12:00 Uhr – 18:00 Uhr

Beitrag: Jana Hiller (jhi) – jhiller@goerlitz-zgorzelec.org

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